Co-Therapeuten/Pferde

Die Pferde stehen im Mittelpunkt der Reittherapie. Während die menschlichen Therapeuten eher als Begleiter, Unterstützer oder Vermittler zum Pferd agieren, sind die Pferde mit ihrem Wesen und ihrer Wirkung als Co-Therapeuten maßgeblich beteiligt. Jedes der Therapiepferde hat seinen eigenen Charakter und wird ganz individuell und passend zu jedem Klienten ausgesucht.
Die Therapiepferde sind speziell ausgebildet und haben ein feines Gespür für die Situation der Klienten. Die Begegnung mit dem Pferd führt zu Erfahrungen von Zulassen und Ablehnen von Nähe, schenkt Kraft, Freude und Mut und ermöglicht Selbstwirksamkeitserfahrungen. Positiv wirken sich die einen Grad höhere Körpertemperatur des Pferdes, der Bewegungsdialog und die dreidimensionale Bewegung aus. Auch das Ansprechen der Sinne, das Erleben von Rhythmus, die Geborgenheit durch das Getragenwerden sowie die uneingeschränkte Akzeptanz durch das Pferd sind nur einige der vielen Wirkfaktoren des Therapiepferdes.
Auf dem Hof wohnen auch mehrere Hühner und Kaninchen, welche in artgerechten Gehegen mit viel Auslauf untergebracht sind. Die Klienten kommen regelmäßig in Kontakt mit den Tieren und erfahren dabei den richtigen Umgang mit ihnen. Im Hühnerstall werden Eier gesucht, die Hühner bestimmen jedoch selber, ob sie angefasst werden möchten. So wird das Zusammenspiel von Nähe und Distanz erlebbar und auch die Geduld wird geschult. Auch die Kaninchen dürfen entscheiden, ob sie zu den Klienten kommen möchten. Da ist die Freude besonders groß, wenn sie an die Stalltüre kommen und sich über ihr flauschiges Fell streicheln lassen.

Artgerechte Haltung und Ausgleichsarbeit
Therapiepferde leisten jeden Tag eine physisch und psychisch sehr anspruchsvolle Arbeit. Die Gesunderhaltung der Tiere nimmt deswegen einen hohen Stellenwert ein.
Regelmäßige Impfungen und Entwurmungen, jährliche Zahnkontrollen sowie bei Bedarf tierärztliche Behandlungen sind hierbei eine wichtige Grundlage. Auch die Hufe werden in regelmäßigen Abständen kontrolliert und neu beschlagen.
Die muskulären Beanspruchungen durch die Reittherapie lassen sich durch Ausgleichsarbeit reduzieren – eine gut trainierte Muskulatur hilft den Pferden, auch schwerere Menschen oder Personen, die Herausforderungen mit ihrem Gleichgewicht haben, zu tragen. Die Ausgleichsarbeit wird durch Frau Meindl und ihre Mitarbeiterinnen sichergestellt und findet auch vom Boden aus statt. In der therapeutischen Arbeit wird zusätzlich darauf geachtet, dass die Pferde im Tagesablauf regelmäßige Pausen und Erholungszeiten haben und dass Klient und Pferd zusammen passen. Nicht jedes Pferd kann sich voll und ganz auf motorisch unruhige Menschen einlassen. Auch regelmäßige entspannte Ausritte sorgen für Abwechslung.
Die Gruppenhaltung in den Offenställen sowie die regelmäßigen Weidegänge und strukturierten Abläufe ermöglichen den Pferden zusätzliche förderliche Rahmenbedingungen.